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Otto Pankok

 

 

Des Malers 10 Gebote:

 

  1. Du sollst den Kitsch riskieren

  2. Du sollst nicht für Ausstellungen malen.

  3. Du sollst einen Baum für wichtiger halten als eine Erfindung von Picasso.

  4. Du sollst dich vor dem persönlichen Stil hüten.

  5. Du sollst nur deinen Träumen trauen.

  6. Du sollst deine schlechten Bilder schnell vergessen.

  7. Du sollst deine guten Bilder nicht anbeten.

  8. Du sollst vor jedem Bild, das du beginnst, das Gefühl haben, es wäre dein erstes.

  9. Du sollst krass ablehnen, was dir nicht passt, und wäre es Rembrandt oder Chagall.

  10. Du sollst das Publikum nicht für dümmer halten als dich selbst.

 

Otto Pankok in  "Stern und Blume", 1930

Ausstellung Kunstszene Recklinghausen 2013

 

PAPIER TRIFFT PLASTIK

 

Auszug aus der Rede zur Eröffnung am 12. Oktober 2013 von

Dr. Hans-Jürgen Schwalm ( Kunsthalle Recklinghausen)

 

„ Vom Kreisel sind es nur wenige Schritte zu Judith Hupel und den Artemis-Werkstätten im Tiefen Pfad, … in denen mittlerweile Kinder und Jugendliche die Ergebnisse ihres kreativen bildnerischen Arbeitens „auf den Tisch bringen“.

Anders als ihre Namenspatronin in der griechischen Mythologie lädt Artemis immer mal wieder auch Künstlerkollegen zu gemeinsamen Ausstellungen ein.

Bei alledem sind die Werkstätten natürlich auch Atelier und Ort der künstlerischen Selbstfindung.

Judith Hupels aus Bauschutt geformte Figurinengruppe, ...steht in ebenso großer Nähe wie in deutlichem Kontrast zu ihren streng aufgereihten, kleinen Alabaster-Werkstücken in Sichtweite:

Hier Baustellenabfall, spröde Armiereisen und Betonklumpen, die zu Form geworden, plötzlich

alle Schwere verlieren und tatsächlich schwerelos schwebend auf ihren Postamenten zu tanzen scheinen;

dort der weich schimmernde, semitransparente Alabaster, ...ein Material, das geeignet erscheint, das Licht einzufangen, um so eine materielle Schwere vergessen zu lassen und ebenfalls überraschend leicht und fragil zu wirken.

Man möchte dies zart schimmernden, handschmeichelnden Idole, wäre es denn erlaubt, gerne in seine Jackentasche stecken, um sie bleibend durch die Finger laufen zu lassen.

Judith Hupels plastische Gruppen changieren zwischen Formung und Form und legen sich im Spiel von Abstraktion und einer möglichen figürlichen Konkretisierung nicht fest.

Diese Offenheit scheint die plastische Materialität zu negieren und fällt doch immer wieder in sie zurück.“

 

 

 

 

Über Ablagerungen, Schichtungen, Wandel und Bewegung

– bildlich gesprochen

 

Gemeinschaftsausstellung von Judith Hupel und Ulrike Speckmann -  Artemis Werkstätten Recklinghausen,

in der Lohnhalle, Zeche Ewald, Herten 28. Juni bis 14. Juli 2013.

 

Eröffnungsrede von Kunsthistorikerin Sigrid Godau M.A.

 

Wenn an einem lauen Sommerabend stillgelegte Industrieräume ruhrgebietsweit zur faszinierenden Kulisse für kraftvolle, künstlerische Inszenierungen werden, dann ist „ExtraSchicht“, die Nacht der Industriekultur. Eine Nacht lang – und das mittlerweile zum 13. Mal – verwandeln sich die stummen Zeitzeugen der Montanindustrie zwischen Rhein und Ruhr in beredte Zeichen des Strukturwandels.

 

Ewald tanzt“ lautet in diesem Jahr das Motto der „ExtraSchicht“ in Herten. Und Energie und Bewegung sind – mit Blick auf den Standort – hier sozusagen Programm. In nicht einmal zehn Jahren entwickelte sich die ehemalige Zeche Ewald im Süden der Stadt zu einem dynamischen Zukunftsstandort mit den Schwerpunkten Wasserstoff, Hightech und Logistik.

 

Gleich nebenan, auf der Grenze zwischen Herten und Recklinghausen liegt der „Landschaftspark Hoheward“, eine der größten Haldenlandschaften Europas. Grundidee des 160 Hektar großen Parks, das vom Pariser Landschaftsarchitekturbüro Agence Ter entwickelt wurde, ist es, unsere durch die künstlichen Berge veränderte Wahrnehmung sichtbar zu machen.

Denn wo von Natur aus Flachland war, schuf sich das Ruhrgebiet mit seinen aus Abraum geschichteten Halden neue, vorher nicht gekannte Ausblicke. „Neue Horizonte“ nannte Agence Ter seinen Masterplan, der mit einer „Ringpromenade“ auf Straßenebene, einer „Balkonpromenade“ in 30 Metern Höhe und einem „Tophorizont“ mit Horizontobservatorium und Sonnenuhr auf 110 Metern Höhe variantenreiche Blicke in die Region aus den unterschiedlichsten Perspektiven inszeniert.

 

Ab heute stellen Judith Hupel und Ulrike Speckmann von den Artemis Werkstätten in Recklinghausen in der ehemaligen Lohnhalle der Zeche Ewald aus. Mit der Auswahl ihrer Arbeiten greifen sie bewusst die Besonderheiten des Ortes auf oder nehmen, auf je individuelle Art und Weise, auf das Thema der „ExtraSchicht“ Bezug.

 

Inspiriert vom Abbruch des Löhrhof-Centers in Recklinghausen hat die Bildhauerin Judith Hupel zwölf Tänzerinnen und Tänzer aus Abbruchmaterialien geformt. Kreisförmig angeordnet entwickeln sich die aus Moniereisen, Betonresten und anderen Fundstücken zusammengefügten Figurinen zu einer kraftvollen Metapher für Bewegung und Tanz.

Bis auf die grauen Betonsockel, welche die Künstlerin hergestellt hat, wurden die Fundstücke nicht weiter bearbeitet, sondern nur miteinander verdrahtet. Auswahl und Anordnung bestimmen sich durch das freie Spiel der Fantasie, die einzelne, vorgefundene Teile als Fragmente eines menschlichen Körpers assoziiert. Die durch gebogene Eisen oder Betonbrocken angedeuteten Körperformen – wie Kopf, Rückgrat oder gestrecktes Bein – reduzieren die Figur auf dynamische Bewegungslinien, die der Betrachter intuitiv als ein vielfältig choreografiertes Tanzgeschehen wahrnimmt.

 

Ganz ähnlich interpretieren die filigranen Figürchen aus Draht und Papier das Thema Tanz. Erneut auf die knappste Form reduziert, testet die Künstlerin hier Varianten von Bewegungsabläufen, die in ihrer Serialität fast den Charakter einer Fallstudie haben.

 

Auf ganz andere Art und Weise widmen sich zwei weitere Werkgruppen aus rosa Steatit und weißem Alabaster dem Thema Bewegung. Hier belebt sich der anorganische Stein quasi von Innen. Rundungen und Vertiefungen, Knicke und Kanten setzen durch luzide Wechsel und fein herausgearbeitete Übergänge die glatt polierten Oberflächen in Spannung, gewähren Durchblicke und Einblicke, wobei die organische, biomorphe Formensprache Assoziationen an menschliche Torsi weckt.

 

Thematisch einen gewissen Kontrapunkt zu den Arbeiten Judith Hupels setzen die

Malereien von Ulrike Speckmann.

 

Schichtungen“ heißt eine Serie von fünf Papierarbeiten, deren ungewöhnliches Format von 0,70 x 1,50 Meter an die traditionelle Landschaftsmalerei Japans oder an Fahnen denken lässt. Bildträger sind Strohseidenpapiere mit unregelmäßigen Kanten und rauer Oberfläche, in die teilweise auch Fäden eingearbeitet sind. Aus bis zu zehn Schichten besteht jede Collage, deren einzelne Lagen nacheinander farbig gestaltet und hier und da mit Aschen oder Sand angereichert wurden. Bildnerische Dominante ist die waagerechte Linie, die der Betrachter intuitiv als Horizontlinie deutet.

 

Wie ein Längsschnitt durch geologische Gesteins- oder Bodenschichten lesen sich die Arbeiten mit ihren differenzierten Texturen, Dichten, Farbigkeiten und Strukturen, wobei einzelne, farblich herausstechende Elemente Assoziationen an Wasser, Pflanzliches oder Kohleflöze wecken.

Den Schichtungen der Erdgeschichte vergleichbar lagern sich, so eine weitere Lesart der Künstlerin, die persönlichen Erfahrungen im Gedächtnis der Menschen ab; mit unterschiedlichen Gewichtungen, Verschiebungen und Verwerfungen, wo lang Verdrängtes oft nur durch Tiefenbohrungen ins Bewusstsein zurückzuholen ist.

 

Auf zwei großformatigen Papierarbeiten mit dem Titel „Große Welt I und II“ irren winzige Figürchen durch verwinkelte, ins Riesenhafte gesteigerte Architekturen, die in Schwarztönen und Eisenoxydrotfarben gehalten sind. „Formensprache der Industrie“ lautet der Untertitel der Arbeiten. Doch Vorsicht, wie immer die Bilder heißen, die Titel findet die Künstlerin stets erst am Schluss.

So war leitende Idee der beiden Arbeiten eben nicht das Portrait einer Industrielandschaft. Ausgangspunkt war vielmehr die Farbe Schwarz. Erst von hier aus, das heißt ausgehend von einer bestimmten Farbe bzw. der Frage, wie sich deren optisches Potenzial bildwirksam ausloten lässt, entwickelte sich Schritt für Schritt die Komposition. Wieder und wieder setzte der Pinsel an, überlagerte Farbschicht um Farbschicht bis als Ergebnis sich ein spannungsreiches Mit- und Gegeneinander innerbildlicher Flächenformen herauskristallisierte, akzentuiert durch harte, ja fast schneidende Farbkontraste. Erst hier, im Malprozess selbst, entwickelten sich die selbst die Künstlerin überraschenden Gedanken an z. B. scharfkantige Architekturen, die durch kleine, wiedererkennbare „Zutaten“ wie Leitern, Treppen oder eben Figuren anspielungsreich präzisiert wurden.

 

Bildnerischer Ansatz der Arbeiten Ulrike Speckmanns ist grundsätzlich die Farbe, die trotz ihres Verzichts auf jedweden Naturalismus aber dennoch motivische Assoziationen freizusetzen vermag. Verborgen lagern diese in den diversen Bildschichten und können – einmal freigelegt – buchstäblich „neue Horizonte“ eröffnen.

 

 

 

 

 

 

 

Einführungsrede von Dr. Margrit Proske zur Eröffnung der Ausstellung " Suchbewegungen", Dez. 2006, Maschinenhalle Scherlebeck, Herten

 

 

"Suchbewegungen"

 

 

nennt Ulrike Speckmann ihre Ausstellung, zu deren feierlichen Eröffnung wir uns hier versammelt haben.

 

Wer sich auf die Suche begibt, ist wissend und unwissend zugleich. Er weiß, was er sucht und er weiß es nicht. Wer sich auf die Suche begibt, bahnt sich den Weg und ist doch aufgerufen, seiner Ahnungslosigkeit zu vertrauen. Wer sucht, folgt einem unsichtbaren Pfad und hofft darauf, dass hinter der nächsten Wegbiegung ein Schatz auf ihn wartet. Und wenn nicht dort, dann doch wohl hinter einer der nächsten Biegungen. Und wenn da auch nicht, dann geht der Suchende einfach weiter.

Die Schwelle zu dieser Art von Suche, die eine Suche in Freiheit ist, will durchschritten sein; und der Raum dieser Freiheit will beatmet sein. Die Malerin Ulrike Speckmann lebt und atmet in diesem Raum. Und es sind die Farben, die ihr den Weg weisen. Sie ist weise genug, ihnen zu vertrauen.

 

Das, was sie dann entdeckt, ist das Antlitz des Seins. Es erscheint aus einer Tiefe, es scheint in den Farben auf. In der Bewegung des Malens macht die Malerin dem Sein Platz, in sich und auf den Leinwänden. Die lebendige Kraft steigt im Tun auf und breitet sich auf der Fläche aus. Es ist nur konsequent, dass Sie hier in der Ausstellung große Formate vorfinden.

Die Farbflächen sind gespeist aus einer Tiefe, die wir sonst nicht sehen könnten. In den Farben steckt gewissermaßen transponierte Tiefe. Transponieren kennen wir aus der Musik. Melodien werden um ein paar Töne höher oder tiefer transponiert. Das C erscheint im Oktavabstand immer wieder, jede Klaviertastatur zeigt das. Aber eine solche Tastatur enthält nur die für uns hörbaren Töne. Man muss sich eine Klaviertastatur nach oben wie nach unten unendlich weit verlängert vorstellen, um eine Vorstellung der gesamten akustischen Welt, ob wir sie hören oder nicht, zu bekommen.

 

Ulrike Speckmann nun transponiert für uns die unsichtbare Welt des Seins in die für uns sichtbare Welt der Farben und Flächen. Sie ermöglicht eine Berührung mit der verborgenen Ordnung der Dinge selbst, die ewig gültig und doch nur so erfahrbar ist, wie die Malerin sie in jedem einzelnen Bild gestaltet.

Das Allgemeine wird konkret und das Konkrete wird allgemein. Beides gleichzeitig. Was der Malerei von Ulrike Speckmann Kraft gibt, ist dieses Vereinen vermeintlicher Widersprüche. Sie malt mit einem Vertrauen und Wissen, das beide Pole (ob bekannt/unbekannt oder allgemein/konkret oder anderer Dualitäten) einschließt und so in die Harmonie führt. Die Welt darf sein wie sie ist, reich, schön, vielfältig, unendlich erforschbar.

Ihr mögen die Bilder nicht ausgehen, weil die Fragen, was die Welt im Innersten zusammenhält, ihr auch nicht ausgehen. Auch die Freude, sich in den Prozeß des Malens zu stürzen, versiegt nicht, denn sie ist ja nun einmal gefunden.

Es ist ein langer Weg, ins Reich der eigenen Künstlerschaft einzutreten. Ulrike Speckmann hat ihn durchschritten. Und sie hat dabei nicht vergessen, dass Leben und Kunst zusammengehören. Sie vereinigt in sich Existenzen, die in gewissen Kreisen als widersprüchlich gelten mögen. Sie ist Managerin, Dramaturgin, Ehemann, Mutter zweier Kinder, Freundin, Tochter und so weiter. Und alles hat seinen Platz und bedingt einander. Auch hier lebt sie das Leben in seiner ganzen Bandbreite. Nur wenn man ein Stück herausschneiden wollte,  purzelt die Ordnung in heilloses Chaos.

 

Ulrike Speckmann hat in ihrem Schaffen die kosmische Ordnung immer auch im Blick; und eingebunden in die kosmische Ordnung entstehen in ihrer Werkstatt Zyklen. (Auch die kosmische Ordnung ist möglicherweise in Zyklen strukturiert)

Der Jahreszyklus umfasst Arbeiten zu den vier Jahreszeiten. Eine ganz konkrete Stimmung wird eingefangen und doch sind in ihr die Schichten der gesamten Jahreszeit enthalten.

Das Sommerbild heißt „Mein Garten“. Ausgehend von der Stimmung in diesem bestimmten Garten spannt sich ein Bogen auf zu allen Gärten. In dieser Spannung öffnet sich das Bild der Betrachterin, sie entdeckt den Garten, ihren Garten, eine Sommerstimmung und den Sommer.

 

Im Zyklus der Engel schöpft die malende Hand das Anwesende aus der Tiefe des Raumes in das Sichtbare der Farben und Flächen. Eine changierende Bewegung von Anwesendem und Abwesendem entsteht. Handelt es sich um den Nachhall des Engels oder um den Engel selbst? War er da? Ist er da? War er da und ist wieder weg? Kommt er gerade vorbei?

 

Die 7 Schöpfungstage zeugen von hoher Bewusstheit und von malerischer Abenteuerlust. Hier begegnen Sie auch dem Forschergeist der Malerin. Sie ist stets der darunter liegenden Struktur auf der Spur. Sie zeigt, was mit jedem Schöpfungstag neu in die Welt getreten ist. Das Licht, Wasser und Land, die Zeit, Pflanzen, Tiere, Menschen und der Sonntag. Und sie arbeitet die Sensation, die da in die Welt tritt, heraus. Nehmen Sie die Titel der Bilder ganz ernst, lesen Sie die Übersetzungen von Martin Buber und versenken Sie sich in das Bild. Sie werden reiche Entdeckungen machen. In diesem Zyklus verschmilzt Abstraktion und Konkretes so intensiv wie in einem Schmelztiegel an einem ganz bestimmten Siedepunkt, und eröffnet auf diese Weise einen weiten Raum für Erkenntnis und sinnlicher Erfahrung.

 

 

Die Veröffentlichung der Reden erfolgt mit freundlicher Genehmigungn der Urheberinnen

Woche der Künste im Advent

Ausstellungseröffnung am 29. 11. 2009 -

Einführung Ulrike Speckmann

 

Weiß

ist im Grunde nicht so sehr eine Farbe als eher die sichtbare Abwesenheit jeder Farbe und gleichzeitig die Summe aller Farben im Licht.

Hermann Melville widmet dem Weiß in seinem „ Moby Dick“ ein ganzes Kapitel, in dem er sein Entsetzen über den weißen Wal auszudrücken versucht,

Weiße Tiere gelten oft als heilig, als Symbol für Reinheit und Frieden, die weiße Taube, das Lamm Gottes, der weiße Elefant oder als Verkörperung der Gottheit, Zeus als weißer Schwan oder weißer Stier und so erzeugt die Verbindung von Ungeheuern und Gefahr mit der weißen Erscheinung ein namenloses Entsetzen, wie Moby Dick bei Ismael oder der weiße Hai im Film.

 

Physiologisch gehört das Weiß durchaus zu den Farben, denn sobald auf der Netzhaut unsere drei Farbrezeptoren alle in gleicher Stärke Licht registrieren, erleben wir das als weiß.

Für die Wahrnehmung von Helligkeit jedoch sind anderer Nervenzellen zuständig.

Licht an sich ist unsichtbar für uns, Tageslicht ist nicht weiß sondern hell, klar, farbneutral.

Licht braucht, um für uns sichtbar zu sein, Materie, wenn auch nur kleinste Teilchen wie Staub, aber erst dann können wir es wahrnehmen.

 

Für Goethe ist Weiß „Die vollendete Trübung…( des Lichts), ein erstes Absinken des Lichts in die Materie, die gleichgültigste, hellste, undurchsichtige Raumerfüllung.“

Er sieht Weiß also als Beginn der Farbe!

 

Das Licht ist hell, und auch das Weiß ist hell. Aber umgekehrt ist nicht die Helle oder das Licht weiß. Weiße ist eine Farbqualität, Helle ein Lichtelement. Im Weiß wird die Helle zur Farbe, Helle wird verdichtet, materiell verkörperlicht.“ (Heimendahl)

 

Im psychologischen Sinne ist Weiß ebenfalls wesentlich anders als die Grundfarben Rot, Blau oder Gelb.

Zum Beispiel im Frielingschen Farbtest bedeutet es “Aufheben, Löschen, Enthemmen“.

 

Weiß ist die Farbe der Übergangsriten, von Geburt, Hochzeit, Kommunion und Tod.

Sein Ort ist die Grenze zwischen den Zeiten und Welten, Grenze nicht als schmaler Grad oder Mauer verstanden, sondern als nicht genau eingrenzbares Niemandsland dazwischen, Trennung und Verbindung in einem.

 

Weiß gewährt ein kurzes Innehalten in dem ewigen Kreislauf von Anfang und Ende.1

 

 

1 Nach : Margarete Bruns, Das Rätsel Farbe, Stuttgart 2001, S. 186 - 214

Kontakt:

Artemis Werkstätten
Tiefer Pfad 9
45657 Recklinghausen

Rufen Sie einfach an unter

 

Ulrike Speckmann

0 23 61  48 77 448

 

Judith Hupel

023 61  58 22 044

 

oder

 

kontaktieren Sie uns per

E-Mail

mail@ulrike-speckmann.de

judith.hupel@arcor.de

 

weitere Informationen finden Sie unter:

www.judith-hupel.de

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